Samstag, 10. September 2016

[Rezension] Jon Ronson - In Shitgewittern: Wie wir uns das Leben zur Hölle machen

Autor: Jon Ronson

Titel: In Shitgewittern: 
Wie wir uns das Leben zur Hölle machen

Originaltitel: So you've been publicly shamed

Verlag: Tropen (Klett-Cotta)

Seiten: 330

Preis: 14,95 €

Verfilmt: nein



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Über das Buch:

Willkommen am Pranger des 21. Jahrhunderts

Ein fast vergessenes Gefühl haben die sozialen Medien wiederbelebt: Scham. Es kann jeden treffen. Ein schlechter Scherz in sozialen Netzwerken genügt, um die Wut der Internetgemeinde auf sich zu ziehen. Negative Kommentare und schwere Vorwürfe entfachen einen Shitstorm, der nicht mehr zu stoppen ist.
Jon Ronson beschreibt die irren Mechanismen und Auswirkungen öffentlicher Demütigungen in unserer Zeit. Jahrelang ist er durch die Welt gereist, auf der Suche nach Menschen, die Opfer eines Shitstorms wurden. Diese Menschen sind Leute wie du und ich, die sich einen Fehler erlaubt haben. Sobald ihr Vergehen ans Licht kam, traf sie ein wahrer Sturm der Entrüstung. Ehe sie sich versahen, wurden sie in der Öffentlichkeit auseinandergenommen, ausgelacht, verteufelt und manchmal sogar gefeuert. In unserer Zeit wird die öffentliche Blamage neu erfunden. Die schweigende Mehrheit bekommt eine Stimme. Aber was tun wir mit dieser Stimme? Wir nutzen sie dazu, die Fehler, die wir in unseren Mitmenschen suchen und finden, lauthals zu verkünden.



Meine Meinung:


Mit Jon Ronson verbinde ich sofort 'Männer die auf Ziegen starren'. Ein extrem witziges Buch, dass auch als Grundlage für den gleichnamigen Film genommen wurde.

Sein neues Buch 'In Shitgewittern' hatte sofort meine Aufmerksamkeit.

Was ist ein 'Shitstorm'?
...es bezeichnet im Deutschen das lawinenartige Auftreten negativer Kritik gegen eine Person oder ein Unternehmen im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarfunktionen von Internetseiten bis hin zur Schmähkritik.

Das Cover des Buches ist prägnant und schon allein sehr aussagekräftig. Die Farbe rot signalisiert schon Aufmerksamkeit. Weiterhin ist ein am bodenliegender Mensch zu sehen, auf den auf übergroßer Pfeil von einer Computer-Maus zeigt.

Das Buch selbst zeigt eine differenzierte Sicht auf die 'neuen' Medien, wie Facebook und Twitter, und stellt die kritischen Gesichtspunkte einer pöbelnden Masse die sich selbst reflektiert und Urteile fällt über Menschen fällt, die sich nicht kennen.

Erwartungsgemäß fällt dieses Buch diesbezüglich kritisch und negativ aus. Man erwartet aber von Anfang an, dass keine positiven Seiten der sozialen Medien gezeigt werden oder Berücksichtigung finden.

Niemand möchte in solch einen Shitstorm geraten - natürlich ist jeder einzelne für seine Handlungen in diesen Netzwerken verantwortlich. Meist reicht es jedoch schon seine Meinung zu vertreten. Oder dafür einzustehen.

Die Reaktionen der Arbeitgeber in den einzelnen Geschichten sind schon sehr speziell, weil sie natürlich in der selben Art gefährdet sind und man sich überlegen muss ob das nicht auch für oder gegen den Arbeitgeber verwendet werden kann.

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, einige Geschichten habe mich schockiert, bei einigen war es fast schon vorauszusehen. Einen persönlichen Nutzen konnte ich aus dem Buch zwar nicht ziehen, dennoch sind die 'aus dem Leben gegriffenen' Geschichten wirklich sehr interessant. 
Das Thema ist sehr präsent.

Im Spiegel 35/2016 ist ein interessanter Artikel zu dem Buch erschienen.



Meine Bewertung:

★ ★ ★ 
★ ☆ || 4 / 5 Sterne

Kommentare:

  1. Hey Marie
    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und ich finde ihn richtig schön. Bin auch gleich mal Leser geworden. ;) Vielleicht hast du ja lust auch bei mir mal vorbeizuschauen. Darüber würde ich mich sehr freuen. :D
    LG Benedikt von
    http://beneaboutbooks.blogspot.de/

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    1. Hallo Benedikt,
      vielen lieben Dank.
      Ich starte sofort zum Gegenbesuch. :)
      Liebe Grüße, Marie

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